Wissenspool

Infografik zu den Entscheidungssituationen
Henning Prüß

Entscheidungen: „WEG von …“ ODER „HIN zu …“? – Warum dieser Unterschied oft unterschätzt wird

Seit über 20 Jahren begleite ich Menschen bei wichtigen Entscheidungen oder reflektiere diese mit ihnen – etwa in strategischen Kontexten oder in Auswahlinterviews. Dabei zeigt sich für mich immer wieder ein zentraler Unterschied zwischen „weg von“- und „hin zu“-Entscheidungen. Der Unterschied in der Richtung liegt zunächst auf der Hand: „Weg von“ bedeutet die Abkehr von etwas Unangenehmem, Belastendem oder gar Toxischem. Wir handeln aus Frust, Druck oder Schmerz heraus. Dabei geht es um Befreiung, Entlastung oder zumindest um eine Verbesserung der Situation oder ihres Empfindens. Dafür benötigen wir keine konkrete Zielrichtung – es reicht, sich vom Bestehenden zu entfernen. „Hin zu“ bedeutet hingegen ein bewusstes Ausrichten auf ein Ziel und daraus abgeleitete zielgerichtete Aktionen. Hier folgt das Handeln dem Sog des Reizvollen, der Lust auf bzw. an Entwicklung, Verwirklichung oder Sinn. Dabei geht

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Frau im goldenen Käfig, Mann mit Fußfessel.
Henning Prüß

Fußfessel oder Goldener Käfig?

Kürzlich im Sparring diskutierte ich mit einem Kunden eine irritierende Situation: Warum verhält sich ein älterer Kollege in wichtiger Position und kurz vor der Rente so komisch, so wider seine Natur? Warum setzt er Dinge um und durch, die vollkommen gegen sein Wertesystem verstoßen? Nach einigen Überlegungen blieb einzig die These, dass er sich unter massivem Druck fühlen musste, wahrscheinlich mehreren Drücken: Vielleicht ist sein Haus noch nicht vollständig abbezahlt? Vielleicht befinden sich die Kinder noch in Schule, Ausbildung oder Studium? Vielleicht ist er für pflegebedürftige Personen verantwortlich? Vielleicht hat er eine Krankheit oder eine andere Einschränkung? Oder vielleicht hat er Stress in der Beziehung? Ursachen kann es viele geben. Das machte meinen Kunden stutzig. Er hielt sich für frei

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Glaskugel mit der Frage: Rechtzeitig = frühzeitig?
Henning Prüß

Rechtzeitig = frühzeitig?

Ist das etwa jetzt schon relevant? Ist das Thema überhaupt schon reif? Ist das nicht noch absolute Zukunftsmusik? Kürzlich hatte ich in einer Gesellschafterversammlung wieder einmal dieses Thema, das mir auch im Rahmen der Begleitung meiner Kunden als Sparringspartner und Ratgeber regelmäßig begegnet. So stelle ich mir die Frage: Ist rechtzeitig gleich frühzeitig? Meiner Erfahrung nach werden Anforderungen (z.B. des Marktes oder der Regulierung) dann angegangen, wenn sie schlagend werden oder zumindest nicht mehr abzuwenden sind, Konflikte dann adressiert, wenn sie kaum noch zu beherrschen sind, oder Optionen dann getrieben und unter Zeitdruck beurteilt, wenn sie als konkrete Opportunität auf dem Tisch liegen. Dieses „aussitzende“ Verhalten in der Politik wurde durch das Un-Wort des Jahres 2010 „alternativlos“ bestens auf den

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Henning Prüß

Schwere Entscheidungen?

Kürzlich wurde ich gefragt: Wie triffst du schwere Entscheidungen? Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich habe mein eigenes Entscheidungsverhalten reflektiert, auf mein Umfeld geschaut und mich an meine Kunden erinnert, die ich als Sparringspartner und Ratgeber begleiten darf. Dabei wurde klar: für mich gibt es zwei Arten von schweren Entscheidungen. 1. Große Entscheidungen mit enormer Tragweite, hohen Ausgaben oder größeren Risiken und 2. Schwierige Entscheidungen mit einem Widerspruch zwischen Kopf und Bauchgefühl (Ambivalenz).   Die großen Entscheidungen sind regelmäßig deshalb schwer, weil wir das Gefühl haben, §  zu wenig zu wissen (Unsicherheit), §  sehr viel zu investieren (Geld, Aufwand, Emotionen), §  sehr lange oder „ewig“ gebunden zu sein und/oder §  hohe Risiken einzugehen. In der Regel helfen hier aber

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Henning Prüß

Worin unterscheiden sich Ratgeber und Sparringspartner von Beratern oder Coaches?

In kniffligen Situationen oder bei besonderen Herausforderungen Außenstehende hinzuzuziehen, ist immer eine gute Idee! Die Frage ist nur: Wer ist der richtige Partner? Brauche ich einen Berater? Hilft mir ein Coach? Bringt mich ein Sparringspartner weiter? Oder suche ich einen Ratgeber? Um das zu entscheiden, ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen. Dabei hilft eine zweifache Unterscheidung: Berater oder Coach? Steht eine konkrete Business-Situation oder -Frage im Fokus, bietet sich ein qualifizierter und erfahrener Berater an. Er stellt seine Expertise, Ka­pazität, Faktenwissen und Methoden situativ oder projektbezogen zur Lösung bereit. Der zentrale Fokus liegt nicht auf Ihnen als Person, personenbezogene Themen bleiben außen vor. Ein Coach hingegen ist die richtige Wahl, wenn Sie sich in einer kon­kreten Situation persönlich weiterentwickeln wollen. Der

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Henning Prüß

Digitalisierung – eine Herausforderung

Der Begriff Digitalisierung ist in der aktuellen Diskussion omnipräsent. Allerdings führt das selten zu Klarheit. Denn auf der einen Seite diskutieren Experten hochspezialisierte, zum Teil nischenbezogene Fachaspekte, während die Behandlung des Themas auf der anderen Seite ziemlich abstrakt und oberflächlich erfolgt. Dadurch bleibt das Thema Digitalisierung für die vielen Betroffenen und Interessierten aber oft zu wenig greifbar. Und genau das – die Greifbarkeit, das Konkrete – ist erforderlich, damit wir zielgerichtet und adäquat damit umgehen können. Um genau das zu können, benötigen die Betroffenen eine realistische Einschätzung davon, was Wirkung und Bedeutung, Inhalt und Wirkungsweise sowie Implikationen und Folgen der Digitalisierung sind.   Bedeutung der Digitalisierung Digitalisierung ist allgemein definiert als die Veränderung von Prozessen, Objekten und Ereignissen, die bei

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